Im Oktober jährt sich die Deutsche Einheit zum 36.Mal. Noch immer gibt es Leerstellen in der deutsch-deutschen Geschichte.
Carsten Gansel, mehr als drei Jahrzehnte Professor für Neuere Deutsche Literatur an der Universität Gießen & Vorsitzender der Mecklenburgischen Literaturgesellschaft, beleuchtet in seinem neuen Buch, das im März 2026 bei Reclam erscheint, das Verschwinden der DDR-Literatur.
Als die DDR unterging, kam es fast über Nacht zur Demontage der gesamten ostdeutschen Literatur. Millionen Bücher wurden vernichtet, Verlage & Betriebe für wenige D-Mark veräußert, Bibliotheken geschlossen. Die Bewertung des schriftstellerischen Schaffens & der literarischen Werke – wie auch jener der bildenden Kunst oder des Theaters – erfolgte nicht nach ästhetischen Maßstäben, sondern nach ideologischen. Autorinnen & Autoren wurden pauschal als ’staatsnah‘ oder ‚-fern‘ eingeteilt & aus dem kollektiven Gedächtnis verbannt. Das hatte traumatische Folgen, nicht nur für die Diffamierten.
Carsten Gansel zeigt in „Ausradiert?“ exemplarisch, warum der Westen im Osten bis heute als dominant empfunden wird. Er wirbt in seinem Buch für einen anderen Blick auf die DDR-Literatur & die Ostdeutschen, inklusive einer Rehabilitierung.Von Christa &Gerhard Wolf bis Uwe Johnson, von Werner Bräunig bis Gerti Tetzner, von Brigitte Reimann bis Fritz Rudolf Fries, von Irmtraud Morgner bis Ulrich Plenzdorf, von Volker Braun bis Jenny Erpenbeck.
Wir freuen uns sehr, dass Carsten Gansel am Freitag, dem 29. Mai, ab 19.30Uhr bei uns zu Lesung & Gespräch zu Gast sein wird. Tickets gibt es für 15 Euro pro Person im Frau Rilke Buchladen.